Fragen zum neuen Namens- und Bürgerrecht

Auf den 1. Januar 2013 ist das neue Namens- und Bürgerrecht in Kraft getreten. Dazu tauchen folgende Fragen auf:

Ich führe seit meiner Heirat einen Doppelnamen (Meier Rossi). Darf ich diesen behalten?
Die neuen Bestimmungen des Zivilgesetzbuches ändern nichts am bisherigen amtlichen Doppelnamen. Es besteht aber die Möglichkeit, beim Zivilstandsamt eine Erklärung abzugeben, wieder den Ledignamen zu tragen. Wer keine Änderung will, führt weiterhin den Doppelnamen.

Ich bin seit fünf Jahren geschieden und führe den Namen meines früheren Ehemannes. Ich möchte wieder meinen Ledignamen tragen. Was muss ich tun?
Das Recht sieht wie bisher vor, dass der Ehegatte, der seinen Namen bei der Eheschliessung geändert hat, diesen nach der Scheidung behält. Sie haben aber die Möglichkeit, wieder den Ledignamen zu tragen. Ab dem 1. Januar 2013 können Sie jederzeit eine Erklärung auf jedem Zivilstandsamt der Schweiz abgeben, auch wenn die Scheidung schon länger zurückliegt.

Ich möchte nach der Hochzeit meinen Ledignamen behalten und jenen meines Mannes anhängen. Ist das nach neuem Recht möglich?
Ab 1. Januar 2013 kann der Ledigname nicht mehr dem Familiennamen (ohne Bindestrich) vorangestellt werden. Nach den neuen Gesetzesbestimmungen behält jeder Ehegatte seinen Namen und sein Bürgerrecht. Die Brautleute können aber bei der Eheschliessung erklären, dass sie den Ledignamen der Braut oder des Bräutigams als gemeinsamen Familiennamen tragen wollen. Weiterhin möglich ist die Führung eines sogenannten Allianznamens im Alltag (siehe auch nächste Frage).

Wie steht es mit dem Namen mit Bindestrich?
Der sogenannte Allianzname kann auch nach neuem Recht geführt werden. Im Alltag kann mittels Bindestrich der Namen des anderen angefügt werden (z.B. Meier-Müller oder Müller-Meier). Der Allianzname ist kein amtlicher Name und wird auf den Zivilstandsdokumenten nicht ausgewiesen. Er kann aber im Pass oder auf der Identitätskarte eingetragen werden.

Ich habe bei der Eheschliessung den Namen meiner Frau angenommen. Kann ich mit dem neuen Namens- und Bürgerrecht nun auch ihr Bürgerrecht erhalten?
Nach neuem Recht hat die Heirat keine Auswirkung auf die Bürgerrechte. Annahme und Entlassungen des Kantons- und Gemeindebürgerrechts werden auf kantonaler Ebene geregelt. Bei einer Änderung des Bürgerrechts ist bei der Heimatgemeinde der Ehefrau zu klären, unter welchen Voraussetzungen der Heimatort zu erwerben ist. Im Kanton Luzern müssen Schweizerinnen und Schweizer, die sich einbürgern lassen wollen, während mindestens drei der letzten fünf Jahre vor der Gesuchstellung in der Einbürgerungsgemeinde gewohnt haben; davon das letzte Jahr ununterbrochen.

Ich bin von meinem Mann geschieden und trage wieder meinen Ledignamen. Ich möchte diesen auch für meine Kinder. Ist dies möglich?
Das neue Namensrecht hat keine direkten Auswirkungen auf die Namensführung von Kindern geschiedener Ehepaare. Die Änderung des Namens der Kinder muss mittels Gesuch um Namensänderung bei der Regierung des Wohnsitzkantons beantragt werden.